Martin Winkler wurde 1992 in Halle / Saale geboren und lebt in Göttingen. Er studierte Kunst bei Prof. Dierk Schmidt an der Kunsthochschule Kassel, sowie Journalism and Publishing an den Universitäten Magdeburg und Leipzig. Er setzte sich mit seiner Bewerbung zum von der Bösenberg-Stiftung ausgeschriebenen Stipendiums-Thema “Lächeln” durch.

Martin Winkler, Artiststatement

Martin Winklers Arbeit verbindet visuelle Elemente aus Pop-, Comic- und Alltagskultur mit einer vielschichtigen Symbolik, um Geschichten queerer Geschichte, Erinnerung und Identität sichtbar zu machen. Dabei geht es ihm insbesondere darum, lange übersehene oder fragmentarisch erzählte Narrative in eine eigenständige visuelle Form zu überführen.

Seine Bildsprache ist geprägt von intensiven Farben, klaren Formen und erzählerischen Szenen, die an Comics, Illustrationen und Kinderbücher erinnern. Diese Ästhetik greift die unmittelbare, fantasievolle Wahrnehmung der Kindheit auf und erzeugt ein Spannungsfeld zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, in dem Humor und Sehnsucht neben Verletzlichkeit und Verlust stehen.

Die spielerische Oberfläche seiner Arbeiten dient als Zugang zu komplexeren Themen wie Ausgrenzung, Diskriminierung und dem historischen Unsichtbarmachen queerer Lebensweisen. Durch die Verbindung mit einer zugänglichen, oft nostalgischen Bildsprache entstehen Räume, die sowohl emotionale Nähe als auch kritische Distanz ermöglichen.

Seine Werke bewegen sich bewusst zwischen Traumwelt und Realität: Fantastische, symbolisch aufgeladene Szenen treffen auf historische Bezüge, persönliche Erinnerungen und kollektive Erfahrungen. So eröffnet er neue Perspektiven auf Vergangenheit und Gegenwart und fragt danach, welche Geschichten erzählt oder verschwiegen wurden.

Seine Arbeiten versteht er als visuelle Erinnerungsräume, in denen queere Geschichte als lebendige, vielschichtige Erfahrung erfahrbar wird – geprägt von Hoffnung, Widerstand, Verletzlichkeit und Gemeinschaft