Mit the weight we lay to rest entwickelt Carlotta Oppermann im Künstlerhaus Meinersen eine ortsbezogene Arbeit, die Zeichnung, Installation und Performance miteinander verbindet.

Die ausgestellten Tuschezeichnungen fungieren als Denkfiguren und Versuchsanordnungen körperlicher Handlungen. In reduzierten Linien entstehen fragile Körperkonstellationen, die einfache Gesten und Bewegungen andeuten. Die Zeichnungen erscheinen dabei weniger als

abgeschlossene Bilder denn als offene Modelle eines körperlichen Denkens. Carlotta Oppermann versteht Zeichnung als einen Prozess, der Wahrnehmung strukturiert, Beziehungen sichtbar macht und Handlungsideen hervorbringt.

Die Performance überführt diese zeichnerischen Prozesse in den Raum. Körper, Material und Architektur treten in eine temporäre Konstellation, in der Balance, Gewicht und räumliche Wahrnehmung verhandelt werden. Transparente Glasmurmeln und minimale Handlungen erzeugen

eine stille Spannung zwischen Kontrolle und Instabilität. In der Verbindung zwischen Linie, Bewegung und räumlicher Präsenz untersucht die Arbeit, wie sich Erfahrungen körperlich einschreiben und wie fragile Zustände von Verlust und Belastung sichtbar werden können.